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Mangament of Invasive Candidiasis in the Intensive Care Unit
Playford EG, Lipman J, Sorrell TC. Drugs. 2010 May 7;70(7):823-39.

Invasive Candidasis (IC) auf Intensivstationen (ICU) scheint nach aktuellen Zahlen allgemein im Steigen begriffen zu sein und ihr Management bleibt eine große Herausforderung, da die Diagnosestellung nicht unproblematisch ist und die Letalität nach wie vor zwischen 30-60% liegt. Die Inzidenz ist am höchsten unter schwerstkranken sowie chirurgischen Patienten und wird auf ca.1-2% aller Zuweisungen auf eine ICU geschätzt, wobei es hier natürlich geographische Unterschiede gibt.

Candida albicans bleibt mit einem Anteil von 40-60% an allen Candidämie-Fällen in der ICU der wichtigste Pathogen, gefolgt von C. glabrata mit etwa 20% bzw. C. parapsilosis, je nach Region. Obwohl es in der Praxis schwierig ist den Einfluss der IC auf das schlechte klinische Outcome bei den schwerst komorbiden Patienten abzuschätzen, steht außer Zweifel, dass eine zusätzliche Hefeinfektion mit verlängerten Intensivaufenthalten und damit auch erhöhten Kosten im Zusammenhang steht.

Mangels geeigneter Möglichkeiten für eine rasche Diagnose, ist eine empirische Therapie häufig unumgänglich, da ein verzögerter Therapiebeginn, wie mehrere Studien gezeigt haben zur erhöhten Mortalität führt. Die mikrobiologischen Ergebnisse sind im Schnitt nach frühestens 24-48h zu erwarten und die Sensitivität der Testmethoden häufig unzureichend.

Eine mögliche Bereicherung in der Pilzdiagnostik stellt der Beta-D-Glucan Test, ein Antigentest zum Nachweis eines Candida- (und Aspergillus) Zellwandbestandteils, mit weltweit steigender Beliebtheit. Auch eine Therapie mit Fluconazol wurde mit hoher Mortalität assoziiert, va. wenn ungeeignete Dosierungen (< 6mg/kg KG) verwendet wurden bzw. die Dosisanpassungen bei eingeschränkter Niereninsuffizienz nicht vorgenommen wurden, womit keine geeigneten Spiegel erreicht werden konnten.

Bei der Behandlung der mikrobiologisch gesicherten IC wird generell eine Therapiefortsetzung für mind. 14 Tage nach der letzen positiven Blutkultur sowie eine Katheterentfernung empfohlen. Auch eine ophthalmologische Untersuchung zum Ausschluss einer Candida-Endophthalmitis sollte bei solchen Patienten routinemäßig durchgeführt werden.

In den letzten Jahren wurde eine ganze Reihe neuer Präparate in die Therapie eingeführt. Allen voran scheinen die Präparate aus der der Gruppe der Echinocandine (Caspofungin, Anidulafungin und Micafungin) in der Therapie der kritisch kranken Patienten eine immer wichtigere Rolle zu spielen. Sie zeichnen sich aus durch günstige pharmakokinetische Eigenschaften und gutes Verträglichkeitsprofil. Ihre Biofilmaktivität spielt möglicherweise eine interessante Rolle, da besiedelte Katheter häufig Infektionsherde darstellen und Azole hier unwirksam sind.

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Letztes Update: 21.07.2010    impressum - webmaster
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